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Wie Arbeitgeber Fahrgemeinschaften fördern können

Die Förderung von Fahrgemeinschaften ist für Arbeitgeber eine Chance, die betriebliche Mobilität nachhaltiger zu gestalten, Kosten zu senken und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erhöhen. Weniger Parkdruck, geringere Emissionen und ein positives Arbeitgeberimage sind nur einige der Vorteile. Mit gezielten Maßnahmen können Arbeitgeber die Bildung von Fahrgemeinschaften erleichtern und deren Attraktivität steigern.

Digitale Mitfahrbörsen und Kooperationen

Ein einfacher Einstieg ist die Bereitstellung oder Unterstützung einer Mitfahrbörse. Diese kann unternehmensintern organisiert oder über bestehende Plattformen realisiert werden. Besonders wirkungsvoll sind unternehmensübergreifende Lösungen, etwa in Gewerbegebieten oder Business-Parks, da sich so ein größerer Pool an potenziellen Mitfahrer*innen ergibt. Arbeitgeber können die Nutzung solcher Plattformen aktiv bewerben und in ihre internen Kommunikationskanäle integrieren.

Heimfahrgarantie

Ein bewährtes Instrument ist die sogenannte Heimfahrgarantie („guaranteed ride home“). Sie gibt Mitarbeitenden Sicherheit, falls eine Fahrgemeinschaft kurzfristig ausfällt – etwa wegen Überstunden oder Notfällen. Die Unterstützung kann in Form von ÖPNV-Tickets, Poolfahrzeugen, Carsharing oder einer (anteiligen) Taxikostenübernahme erfolgen. Der organisatorische Aufwand ist überschaubar, die Kosten sind im Verhältnis zum Nutzen gering: Erfahrungswerte zeigen etwa 5.000 Euro pro Jahr je 1.000 Mitarbeitende.

Arbeitszeitregelungen

Flexible Arbeitszeiten sind für viele Beschäftigte attraktiv, erschweren aber die Bildung von Fahrgemeinschaften. Arbeitgeber können hier ansetzen, indem sie Schichtpläne so gestalten, dass potenzielle Mitfahrer*innen ähnliche Arbeitszeiten haben. Für Mitarbeitende mit Gleitzeit oder unregelmäßigem Arbeitsende kann die Heimfahrgarantie eine sinnvolle Ergänzung sein.

Parkraummanagement

Parkplätze sind ein starkes Steuerungsinstrument. Arbeitgeber können Fahrgemeinschaften bevorzugen, indem sie Stellplätze in Eingangsnähe reservieren, Parkgebühren für Fahrgemeinschaften reduzieren oder ganz erlassen. Auch die Möglichkeit, Stellplätze für Fahrgemeinschaften zu reservieren, erhöht die Attraktivität. Der organisatorische Aufwand ist gering, die Wirkung hoch – insbesondere bei Arbeitgebern mit begrenztem Parkraum.

Fahrgemeinschaften als Teil der Mobilitätsstrategie

Die Förderung von Fahrgemeinschaften sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Bestandteil einer ganzheitlichen betrieblichen Mobilitätsstrategie. In Kombination mit ÖPNV-Zuschüssen, Fahrradförderung und Homeoffice-Regelungen entsteht ein attraktives Gesamtangebot, das den Umstieg vom Alleinfahren erleichtert.

Förderung von Fahrgemeinschaften im betrieblichen Mobilitätsmanagement

Die Integration von Fahrgemeinschaften in ein betriebliches Mobilitätsmanagement ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Arbeitgeber, die ein strukturiertes Mobilitätsmanagement umsetzen, verzeichnen einen deutlich höheren Anteil an Beschäftigten, die Fahrgemeinschaften nutzen – Studien zeigen eine Verdreifachung im Vergleich zu Arbeitgern ohne entsprechende Maßnahmen.

Motivation und Beteiligung der Mitarbeitenden

Die Akzeptanz steht und fällt mit der Motivation der Mitarbeitenden. Besonders wirksam ist es, neue Beschäftigte direkt bei Eintritt anzusprechen. In dieser Orientierungsphase sind Routinen noch nicht gefestigt, und die Offenheit für alternative Mobilitätsangebote ist hoch. Arbeitgeber sollten daher frühzeitig über die Vorteile von Fahrgemeinschaften informieren und den Kontakt zu bestehenden Gruppen erleichtern.

Digitale Lösungen und Ridepooling

Die Einführung einer Mitfahrbörse oder eines Fahrgemeinschaftsportals ist eine der effektivsten Maßnahmen. Hierbei können interne Lösungen entwickelt oder externe Plattformen genutzt werden, die sich auf Corporate Ridepooling spezialisiert haben. Solche Systeme übernehmen einen Großteil der Organisation und erleichtern die Vermittlung passender Fahrgemeinschaften.

Anreize und Belohnungssysteme

Um die Nutzung zu fördern, können Arbeitgeber Anreize setzen – etwa durch Prämien für die Registrierung, die erste Fahrt oder eine regelmäßige Teilnahme über einen bestimmten Zeitraum. Solche Incentives steigern die Attraktivität und helfen, Hemmschwellen abzubauen

Weitere Informationen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement finden Sie auf Besser zur Arbeit.