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Weshalb sich die Förderung von Fahrgemeinschaften für Kommunen lohnt

Über eine Million Menschen pendeln von Montag bis Freitag in der Region Frankfurt RheinMain zu ihrem Arbeits- und Ausbildungsplatz oder zu einer Bildungseinrichtung. Alleine um die 400.000 pendeln täglich nach Frankfurt am Main – Tendenz steigend. Etwa jede zweite Person nutzt hierfür ihr eigenes Auto.

Für Kommunen entstehen durch den zunehmenden Pendlerverkehr: steigendes Verkehrsaufkommen auf Hauptstraßen, Parkdruck in Innenstädten sowie verkehrsbedingte Umweltbelastungen und daraus entstehende Folgekosten. Der Fuß- und Radverkehr sowie der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sind wichtige Bausteine für eine nachhaltige Mobilität auf Arbeits- und Ausbildungswegen. In Regionen mit mehreren wichtigen Zentren, wie der Region Frankfurt RheinMain, können Fahrgemeinschaften ein weiterer Baustein sein, um kommunale Straßennetze zu entlasten.

Weniger Staus, weniger Emissionen

Fahrgemeinschaften können eine sinnvolle Alternative für Pendler*innen sein, wenn sie im Gegensatz zum ÖPNV einen direkten Weg und kürzere Reisezeiten zwischen Wohnort und Arbeits- oder Ausbildungsort bieten. Zudem können sie eine gute Ergänzung zum bestehenden Mobilitätsangebot sein und die Lücke zwischen Individualverkehr und ÖPNV schließen – zum Beispiel, indem mehrere Pendelnde gemeinsam zu einem P+M-Parkplatz (Parken und Mitfahren) fahren, dort ihre Fahrzeuge abstellen und anschließend als Fahrgemeinschaft weiterfahren.

Jede Fahrgemeinschaft bedeutet ein Auto weniger auf der Straße. Schon kleine Veränderungen haben große Wirkung: Wenn nur 10 % der bisherigen Alleinfahrenden eine Fahrgemeinschaft bilden, sinkt die Verkehrsbelastung in der Rushhour spürbar. Das bedeutet weniger Staus, weniger Parkdruck und eine bessere Luftqualität. Gleichzeitig werden CO₂-Emissionen sowie Schadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide deutlich reduziert. Fahrgemeinschaften sind damit ein wirksames Instrument, um die kommunale Infrastruktur zu entlasten und die Umweltbilanz zu verbessern.

Das Potential von Fahrgemeinschaften bleibt oft ungenutzt

Trotz ihrer Vorteile spielen Fahrgemeinschaften im Berufsverkehr bisher nur eine Nebenrolle. Viele Pendelnde fahren weiterhin allein – oft aus Gewohnheit oder weil passende Mitfahrangebote fehlen. Laut dem Bericht Mobilität in Deutschland 2017 entfallen lediglich rund 5 % aller Wege auf Pkw-Mitfahrten. In ländlichen Regionen ist der Anteil zwar höher, doch insgesamt bleibt ein enormes Potenzial ungenutzt. Mit gezielten Maßnahmen können Kommunen dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und den Umstieg auf gemeinsames Fahren attraktiver zu machen.